My Writings. My Thoughts.

Pummelvision 2012

by | | January 8th, 2012 | updates, videos

Vor genau einem Jahr habe ich unser tumblr durch die Pummelvision-Maschine gejagt und ein cooles Video erhalten. Nach dem erneuten Anschauen vorhin bin ich überrascht, wieviel comicbezogene Inhalte wir 2010 im Vergleich zu heute gepostet haben. Wenn ich das noch richtig zusammen kriege, war die bessere Zugänglichkeit unserer “Panels” ursprünglich ein Hauptgrund für die Einrichtung von tumblr. Leider ist daraus nie wirklich was geworden. Wir haben zwar Comiczeug hochgeladen und verteilt, aber unsere eigene Sammlung staubt noch in irgendwelchen Dateiordnern auf meiner Festplatte.

Ich bin der Meinung dass sich das ändern sollte. In Anbetracht der Schnelllebigkeit von tumblr und Vergänglichkeit der Postings ist es vielleicht sinnvoll, die Panels doch wieder hier auf unserer Hauptseite zu veröffentlichen.

Hier gibts aber erstmal das fuckyeahBRENKSTER-Pummelvision-Update, quasi unser Jahresrückblick 2011:

 

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“Man of Steel”: Intro und Theme

by | | August 26th, 2011 | columns & rants, movies

Die Produktion vom neuen Supes-Streifen ist in vollem Gange. Nach dem ersten Teaserbild vor ein paar Wochen erscheinen beinahe täglich Spyshots vom Set. In den jüngsten Bildern sehen wir Henry Cavill in Superman-Montur seinen (wahrscheinlichen) Hauptwidersachern in dieser Story gegenüber stehen: Faora und Zod. Außerdem ist des Teasers Rätsel nun gelöst: Wir bekommen einen Superman ohne rote Hose und ebenso ohne farblich abgesetzten Gürtel. Ich finds nicht gut, mir fehlen da die Akzente. Sieht man vom Supes-Logo auf der Brust ab, könnte es aus der Ferne auch genauso gut Thor (2011) sein. Der lange rote Umhang und darunter ein einfarbiger Ganzkörperanzug.

Wenn ich mir die Bilder ansehe, stellt sich mir immer wieder die Frage, wieso solche heiklen Aufnahmen immer in einer Bildqualität vorliegen, die dem Digitalkamera-Standard von vor 15 Jahren gleichen. Wie kann man bitteschön mit dem Gedanken “ich versteck mich hinter einem Busch und schieße Fotos von Superman” zum Set pirschen und dabei nur ein Nokia 3210 in der Tasche haben?

Was mir derzeit aber eigentlich im Kopf rumschwirrt und Auslöser für diesen kurzen Beitrag war, ist das Filmintro und dessen musikalische Untermalung. So wie es scheint, ist es für einen Großteil der Leute selbstverständlich und fixed, dass es wieder das John Williams-Theme von 1978 wird, gepaart mit der animierten blauleuchtenden Schrift auf weltraumartigem Hintergrund. Warum? Frag ich mich. “Na weils DAS Superman-Theme ist!” krieg ich dann zu hören. No, it’s not! Der Charakter hat eine 80-jährige Geschichte und sein audiovisuelles Erscheinungsbild wird seit Jahren auf die Reeve-Filme festgenagelt. Es steht außer Frage, dass der “Superman March” ein Meisterwerk von John Williams ist. Der Sound ist majestätisch und hat diesen positiven Unterton, der einem auf progressive Art förmlich “Up, up and away” ins Gesicht schreit und wohltuende Sonnenstrahlen auf der eigenen Haut spüren lässt. Aber Leute, das kann doch nicht alles sein. Ob hier Vermarktungsmöglichkeiten eine Rolle spielen? Gehen die Fadenzieher etwa davon aus, dass uns Konsumenten mit Altbewährtem mehr Geld aus der Tasche zu ziehen ist, als mit einer innovativen Neukonzeption? Falls dem so ist, sitzen dort definitiv die falschem Leute am Hebel!

Das hat sich bei Superman Returns übrigens auch wunderbar unter Beweis gestellt. Vor einiger Zeit sind bisher unveröffentlichte Szenen aus dem Streifen publik gemacht worden, die meiner Meinung nach zu einer komplett anderen Betrachtungsweise in Hinblick auf das Verschwinden von Superman geführt hätten. Da sind minutenlange Einstellungen auf sein Kristall-Raumschiff zu sehen, das auf dem Weg zu den Überresten von Krypton ist. Ohne jegliche Musik, die die Atmosphäre zerstören könnte. Man hört nichts als das Knistern der sich erhebenden kryptonischen Kristalle, was ich nur zu gern im Kino erlebt hätte.

Also. Ich wünsche mir inständig eine Neudefinition des Superman-Themes, sowohl auf musikalischer als auch auf visueller Basis. Verschont uns aber bitte mit Hans Zimmer-artigen Trommelklängen. Irgendwann reicht es. Für das Intro könnte ich mir folgendes vorstellen: wir sehen wie die Clark Kent-Glasses auf einem Schreibtisch im Daily Planet abgelegt werden und ein leichtes *WOOSH* ist zu hören. Da alles sehr schnell passiert, lässt die aufgewirbelte Luft die Seiten eines kleinen rotierenden Tisch-Adressbuches aufblättern. Der Moment wird in Zeitlupe (das hat Snyder doch drauf!) eingefangen und man kann auf den Seiten des Buches die ersten Credits lesen. Dann gehts weiter und man sieht nur noch ein großes rotes Cape in der Luft flattern. In den Stofffalten sind weitere Credits aufgeführt. … So in etwa kanns gehen. Das Outro hab ich auch schon fertig produziert. Es ist simpel. Lasst Kal-El aus der Spitze seiner Fortress of Solitude gen Himmel fliegen. Wir sehen nur einen langsam emporsteigenden blau-roten Punkt aus weiter Entfernung. Ende.

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Prominente Reaktionen zum “Man of Steel”-Foto

by | | August 6th, 2011 | columns & rants, comics, movies

Superman Homepage” hat verschiedene Prominente (Sterling Gates, Jeff East, Jim Lee, …) aus der Comicszene auf das kürzlich veröffentlichte “Man of Steel”-Foto angesprochen und deren Reaktionen aufgeschnappt. Wie bei den Normalsterblichen sind auch hier die Meinungen sehr differenziert.

Interessant finde ich jedoch, dass ich nicht der einzige bin, der eine Jon Bogdanove-Assoziation hatte. Jon himself hat sich selbst wiedererkannt, wie er in einem äußerst informativen Bericht zu verstehen gibt:

“I’m genuinely optimistic about the new Superman blockbuster. I haven’t seen The Tudors, but I think it’s reasonable to assume that Cavill will be pretty good. Since Superman abandoned his U.S. citizenship, I don’t see any reason he shouldn’t be played by a British actor. It seems half the actors in Hollywood are British now, anyway. Maybe it has something to do with education.

Anyway, I think this publicity still looks pretty good. I love the Golden Age-inspired “S” shield. I rather hope the finished version won’t look quite so textured or raised. A frustration to modern costumers, I think, is the plain-ness of Superman’s design. As the prototype for all comic book superheroes, his costume is absolutely old-school, basic– holding more in common with 19th century circus strongmen and aerialists than with the high-tech molded armor of movie Batmen. Also, since canonically it was literally knitted by Ma Kent from the fibers of Kal-El’s baby blankets, the costume should have a somewhat home-made look. The wool costumes worn by Kirk Alyn and George Reeves are probably closer to the mark than the shiny spandex of the disco era version, but at least Chris Reeve’s costume didn’t arbitrarily elaborate on the comic book design.

I totally understand the commercial and artistic impulse to trick up the old, rugged cape and tights. DC itself can’t resist changing things up occasionally. But personally, I’m a bit of a purist. Rubberized bodysuits and plasticized “S” shields, adorable electric skating unitards or new panty-less turtle-neck armor just feel like emperor’s new clothes to me. Perhaps the best effect of these variants is that they re-invigorate my appreciation for the original. Meanwhile, the basic costume remains the world’s most recognizable brand identity, so why mess with the “S”?

Ultimately, what will make or break Man of Steel is story. I think Christopher Nolan and David Goyer are absolutely capable of doing it very well indeed. I hope they aren’t being pressured to force Superman into Batman’s mold too much. The gray tone of the colors in this photo are cause for concern that somebody thinks Batman’s formula for success is applicable to Superman, too. Most of us think that Superman and Batman are the Yin and Yang of each other. In many ways visually and thematically, Superman is the opposite of The Dark Knight. I hope Nolan and Goyer can take on Superman on his own terms.

A fun coincidence for me is that this movie’s working title is Man of Steel, and the comic I’m most known for is Superman: The Man of Steel. Even more coincidental is the similarity between Cavill’s pose in this photo and a signature Superman motif of mine, exemplified by the cover to Superman: RetroActive 1990s (on sale Aug. 24th). :)” - Jon Bogdanove (Comic Book Artist)

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“Man of Steel”: Erstes Foto

by | | August 5th, 2011 | columns & rants, movies

Das Team um Zack Snyder hat Wort gehalten und gestern ein erstes Bild vom kommenden Superman-Film “Man of Steel” bereitgestellt. In einem Interview Anfang des Jahres verriet Snyder, dass sie schon weit vor Drehbeginn ein Bild von Henry Cavill als Superman zeigen und somit den ganzen Leak-Wahnsinn vermeiden wollen. Ich halte das für eine gute Entscheidung, auch wenn ich dem Resultat ein wenig zwiegespalten gegenüber stehe.

Als ich das Bild gestern zum ersten Mal sah, hatte ich zunächst nur einen Namen im Kopf: Jon Bogdanove. Einen Live-Action Schauspieler für die “The Man of Steel”-Ausgaben von ihm hätten wir schonmal gefunden. Die Haare, das Gesicht und vor allem die Kinnpartie. Perfect match!

Verblüffend ist auch, dass ich Henry Cavill absolut nicht wiedererkenne. Selbst mit danebenliegenden Google-Bildern sollte man meinen, das seien zwei verschiedene Personen. Gesetzt den Fall, der Anzug ist nicht mit Muskelpolstern versehen, würde ich glatt sagen, Henry kann mit dem Futtern aufhören und sollte zusehen, dass er diese Linie hält. Ich bin kein Freund vom aufgepumpten Bodybuilder Superman (Jim Lee, manchmal). Der Mann soll groß und massiv sein. Mehr verlange ich gar nicht. Ich hatte immer gedacht, dass die Haarstylisten mit der Mähne von Henry eine Menge Arbeit haben werden, um dort den Superman-Look hineinzubekommen. So wie es aussieht, haben sie gar nichts gemacht. Das enttäuscht mich etwas und ist mein größter Kritikpunkt an dem Bild. Ich hätte es gerne eng anliegend und streng zurückgegelt. In “Smallville” haben die Leute das gut umgesetzt.

Der Anzug an sich sieht gut aus. Wenn ich mir den Farbfilter wegdenke, sehe ich ein strahlend rotes Cape, was offensichtlich auch noch auf dem Boden schleift. Da schlägt das Fanboyherz doch höher! Aus dem Foto geht leider nicht hervor, ob er jetzt noch seine roten Shorts trägt oder nicht. Ich hoffe sie orientieren sich da nicht an Jim Lees jüngsten kreativen Auswüchsen. Gerade mit dem Gürtel und den wenigen roten Elementen stellt die rote Hose doch eine gewisse Harmonie im Gesamtbild her. Ohne eine treffende Teilung zwischen Rumpf und Beinen wirkt es so, als trüge er einen Strampelanzug.

Die Golfball-Optik der Kostüme scheint momentan wohl in Mode zu sein. Eine ähnliche Oberflächentextur ist auch beim neuen Spider-Man zu sehen. Schaut seltsam aus, aber man muss sehen wie es nachher in Aktion und bei richtigem Licht aussehen wird. Es hätte mich übrigens nicht gestört, wenn sie den Anzug aus “Superman Returns” weiterverwenden. Bis auf das zu dunkle Rot fand ich ihn nahezu perfekt. Brandon Routh hat das Teil zudem wirklich gut gefüllt. Trotzdem darf ich auch nicht zu laut meckern und sollte mich lieber freuen, ein “echtes” Kostüm zu bekommen. Hier winkt der Zaunpfahl in Richtung Ryan Reynolds und Tom Welling…

Das Brustemblem sieht echt interessant aus. Ich hab zuerst gedacht, die haben sich stumpf an den “Styleguide” von neuen Jim Lee-Superman gehalten. Aber nach genauerer Betrachtung konnte ich das ausschließen. Nimmt man die Übersicht sämtlicher Symbole zur Hand, kommt die Version von Ryan Sook (Superman: The Man of Tomorrow) dem Reboot-S ziemlich nahe. Gute Wahl!

Henry Cavill erwähnte erst letzte Woche in einem Interview, dass er derzeit in der Muskelaufbauphase ist und Unmengen an Kalorien pro Tag verschlingen muss. Umso mehr überrascht es mich, dass gerade jetzt ein solches Bild in Umlauf gebracht wird. Wenn er körperlich zulegt, wird sich das sicher auch auf den Kopf und das Gesicht auswirken. Wenns nach mir ginge, hätte ich mit dem ersten Foto gewartet, bis die physische Verwandlung abgeschlossen ist. Was solls. Alles in allem freue ich mich über das Bild und bin selbstverständlich auf die nächsten Promos gespannt.

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2001 – 2010 | Der Soundtrack einer Dekade | Teil 2

by | | August 3rd, 2011 | columns & rants, music, reviews, videos

SYNTAX – Meccano Mind (2004)

Zu dem Bands die in den 2000ern im Elektronikbereich fett abräumen durften zählt Syntax ganz bestimmt nicht. Obwohl es sicherlich eine Dekade war, in der die Genres Electronica und Industrial so wunderbar wie eh und je florieren durften, und einen breiten Markt fernab der klischeebelasteten Goth und Rave Nischen abdecken konnten. So fehlte es dem britischen Alternative-Synthie-Duo, aus den Musikern Mike Tournier und Jan Burton, an einem gehörigen Support seitens deren Musiclabels Illustrious um ordentlich durchstarten zu können.

Genügend Prestige hätten die Beiden sicherlich mitgebracht, ist Tournier doch Gründungsmitglied der Elektronic-Dance-Gruppierung ‘Fluke’, die auch über den musikalischen Horizont hinaus in Film und Fernsehen (sowohl auf dem Soundtrack von Sin City als auch Tomb Raider waren Variationen ihrer Single ‘Absurd’ vertreten) sowie in Videospielen und Werbekampagnen vertreten waren.
Dennoch blieb ihr Debütalbum zum Großteil in den Regalen liegen, und viele potentielle Kunden erahnen gar nicht welch kleine Perle sie da Übersehen haben.

Meccano Mind ist düster und geht unter die Haut. Erzeugt durch seine hochwertige Produktion, bestehend aus dem harmonischen Einklang von synthetischen Elektronikstrukturen und gefühlvoller, organischer Tiefe ein emotional ansprechendes Stück Musik. Zudem, nicht zuletzt durch die wohl durchdachten, zum Teil gesellschaftskritischen, zum Teil prophetischen Lyrics, Tiefsinn. Musik mit der man sich gerne berieseln lassen kann, die allerdings einiges dazu gewinnt wenn man sich voll und ganz auf sie konzentriert. Ein durchgehend rundes Paket.

 

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MAJANDRA – The Sicks (2001)

In Roswell stellte sie bereits unter Beweis, dass sie musikalisch einiges auf dem Kasten hat. Doch obwohl zumindest die erste Staffel der Science Fiction Serie ganz ordentliche Einschaltquoten verzeichnen konnte, zog Majandra Delfinos Debütalbum beinahe unerkannt am Radar der Öffentlichkeit vorbei. Schade eigentlich.

Dabei bekommt man in The Sicks nichtmal wirklich viel Originalität geboten. Der Longplayer hört sich stellenweise sogar schon fast so an, als bekäme man reichlich Versatzstücke aus dem ‘do it yourself’ Baukasten für schwer pathetischen Elektropop geboten. Der tiefschürfende, Zentner schwere Synthiesound ordnet sich im Gehörgang irgendwo zwischen Post-’Becoming X’ Sneaker Pimps und Pre-’Self-Titled’ Portishead ein. Die Lyrics, die meist den Akt der physischen Selbstzerstörung bis hin zum Suizid demontieren sind reichlich prätentiös. Und sogar Majandras im Cognac getränkte Stimme wirkt wie eine kondensierte Essenz die aus einer ganzen Nacht voller ‘Shirley Manson meets Scarlet Johansson’ Sessions gewonnen werden konnte. (Ich bin mir durchaus über die Ironie bewusst dass Frau Johansson zu dem Zeitpunkt gerade mal als ernst zu nehmende Schauspielerin Fuß gefasst hat).

Doch was nicht kaputt ist, braucht man auch nicht reparieren, wird sich da wahrscheinlich jemand gedacht haben. Denn obwohl es streckenweise wie eine Hommage auf den Synthiepop der 90er Jahre klingt, ist es eine Hommage die ‘verdammt’ gut hörbar ist, und eigentlich eine Vorschau für etwas Größeres sein könnte. Nach einem Nachfolger der 2007 in die Läden kam, und einer kleinen aber treuen Fangemeinde ist noch immer reichlich Luft nach oben vorhanden. Hoffentlich lässt Majandra nicht zu lange auf sich warten.

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PUSCIFER – V is for Vagina (2007)

Was Mike Patton für den Alternative-Rock ist, das dürfte Maynard James Keenan wohl für den Industrial sein. Nun gut, fast zumindest. Wo Patton sich stetig versucht neu zu verwirklichen und mit unterschiedlichsten Musikrichtungen herum experimentiert, bis er sie zu sein Eigen gemacht hat, bleibt Keenan seiner Linie stets treu. Denn wer hätte sich nach der progressiven industrial-metal Gruppierung Tool und dem tief-atmosphärischen Perfect Circle schon erwartet dass sein frisch beschworenes Bandprojekt Puscifer ähnlich abgründig sein wird? Ja… wahrscheinlich eh jeder. Dennoch kommt man nicht drum ‘rum reichlich überrascht die Lauscher aufzusperren. Als würde es der Titel des Albums nicht schon längst vorweg nehmen, ist Puscifer Keenans selbstironischstes Machwerk. Und gerade deswegen auch mein liebstes unter seinem bisherigen Schaffen.

Düster geht es hier dennoch zur Sache, so viel sei gesagt. Doch gerade wenn  einem Tool ein Begriff ist, k0mmt man nicht drum ‘rum Songs wie “Vagina Mine”, “Queen B” und das übertrieben poetische “Momma Sed” mit einer Prise Salz zu goutieren. Das fängt schon in den lyrischen Ergüssen an. Keenan rotzt die Songtexte wie ein sturzbesoffener Anstaltsflüchtling ins Mikro. Inklusive aufgesetztem Südstaatendialekt,… natürlich. “Go ahead ‘n risk it, hop about-face / she’ll show you the difference ‘tween my gun ‘n my pistol.” Ja ne, is’ klar.

Instrumental ist es finster. Verdammt finster. “Eine Welt in schwarz/weiß” finster. Da presst es, und zerrt es an allen Ecken und Enden, und der auf 15cm über dem Boden gesetzte Bass wird die noch so robusteste Anlage zu Tode foltern. Es ist so furchtbar, so grauenhaft selbstbewusst trashig und zum totlachen mies, dass man von seiner Perfektion und Brillanz umgehauen wird. Vorausgesetzt man nimmt es nicht all zu ernst. Was beim Gründungsmitglied von Tool eine unfair große Voraussetzung ist.

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LAMB – What Sound (2001)

Was haben 808 StateFunkstörung und Art Of Noise gemeinsam? Nicht wirklich viel, wenn man mal aussen vor lässt dass alle drei im indirekten Verhältnis zur Elektronica-Bewegung der 90er stehen und zumindest zwei davon ihren Ursprung in Großbritannien haben. Definitiv stimmt allerdings dass alle drei ein obligatorischer Aufhänger für die Ankündigung dieses Elektronikduos sind und es einfach verdammt gut klingt wenn man große Namen als Werbezwecke für eine kriminell unterbewertete band verwendet. Corporate Marketing galore!

Aller vermeintlicher Ironie zum Trotze hat Lou Rhodes, Sängerin und Songwriterin von Lamb, quer durch die Szene gejobbt. Die Erfahrung die sie in ihren ausschweifenden Kooperationen gesammelt hat macht sich in Songs wie Sweet, Heaven und auch dem tief melancholischen Gabriel bemerkbar. Jeder Song ein Unikat, jeder Song glänzt mit einem ganz eigenen “Prestige”. Rhythmisch irgendwo zwischen europäischem mid-90er Trip-Hop und 2000er Glam Pop einzuordnen. Musik für die Sinne, wie auch für’s Hirn. Gerade lyrisch erzähl auch jeder Song eine eigene Geschichte. Von bekannten Themen wie verflossener Liebe, über die darauf folgende Einsamkeit  bis zur Emanzipation in einer von Werten bestimmten Gesellschaft. Irgendwo rührselig, aber auf einer schönen Art und Weise.

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KORN – Untouchables (2002)

Über eine Sache bin ich mehr sehr gut im Klaren: bei dieser Wahl scheiden sich die Geister. Für viele (ehemalige) Fans der Nu-Metal Großväter gilt Untouchables als beginn von Korns musikalischer Stagnation. Dabei wird aber eine wichtige Sache vollkommen ausser Acht gelassen! Denn um zu stagnieren muss man den selben Brei von gestern in der Mikrowelle neu aufgewärmt servieren (oder wie ich es gerne nenne: die Bon-Jovi-Methode). Untouchables war dagegen ihr wahrscheinlich bis dahin experimentellster, musikalischer Ausflug, und als solcher auch ihr bis heute kreativ stärkstes Outing.

Man bedenke dass dies Korn in der Höhe ihres Schaffens sind. Bevor sie mit der Veröffentlichung von Take A Look In The Mirror damit begonnen haben, den Release eines neuen Albums mit einer Rückkehr zu ihren Wurzeln anzudrohen. Als ihnen jegliche Erwartungen der Fans sonst wo vorbeigegangen sind, und sie sich Platte für Platte daran versucht haben neu zu verwirklichen. Das ist Korn als sie sich noch etwas getraut haben.
Untouchables ist vollkommen anders als jedes seiner Vorgänger, doch auf keinen Fall weniger energiegalden und hart. Ganz im Gegenteil ist dies wohl ihr düsterstes, kompromisslosestes Schlachtbrett. Textlich zwar die altbekannte Kornsuppe aus Suizidgedanken und Schizophrenie, musikalisch allerdings so Gefährlich wie ein Zug über den man jegliche Kontrolle verloren hat.

 

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KHOIBA – Nice Traps (2006)

Trip-Hop aus Europa. Und in China ist ein weiterer Sack Reis umgefallen. Doch gebt Acht! Dies sind nicht die 90er, Musik hat sich in der letzten Dekade stark weiter entwickelt, und auch mit Synthesizern wissen erfahrene Künstler wesentlich Feinfühliger umzugehen als noch die Tranceszene von anno dazumal.
Nice Traps, das Debütouting der tschechischen Elektronikgruppierung ist daher unglaublich erfrischend, da es sich gegen die üblichen Genrekonventionen stellt und einen modernen, unverbrauchten Sound kreiert, welcher die Logische Entwicklung dessen zu sein scheint, womit wir in den 90ern Täglich von den Charts zu bombardiert wurden.

2008 trat Mellow Drama die Nachfolge dieser Elektronikaperle an. Kreativ betrachtet konnte es leider nicht das Niveau von Nice Traps ausbauen, und wirkte insgesamt eher wie ‘more of the same’. Als Fan ordentlichem, lyrisch bezaubernden Trip-Hops wird man mit Beiden allerdings keinen Fehlkauf machen.

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KELLI ALI – Psychic Cat (2004)

Bedenkt man wie viele Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der heutigen Musikbranche begangen werden, müsste es ein Verbot mit Geldstrafe für all jene Musikproduzenten geben, die wahre Talente so erbarmungslos unter dem Radar durchrasseln lassen. Vor allem wenn sich diese Talente – so sollte man meinen – ohnehin bereits mehrfach als Erfolgsgaranten präsentiert haben. Kelli Dayton, oder wie sie vielen wohl besser unter ihrem Künstlernamen Kelli Ali bekannt sein dürfte, hat als ehemalige Sängerin der heute legendären Trip-Hop Gruppierung Sneaker Pimps Geschichte geschrieben.
Da ist es schon eine ziemliche Schande dass die wundervolle Sängerin mit der kristallklaren Stimme nach ihrem Rauswurf bei den Pimps (man wollte der Band einen ‘maskulineren’ Touch verpassen) musikalisch nur sehr schwer wieder fußfassen konnte.

An ihrem Talent liegt es sicher nicht. Psychic Cat ist ein großartiges Solodebüt, welches sich gegen die Erwartung vieler Musikbegeisterten stellte, und eben kein reines Elektronikbrett wurde. Bravourös schwanken die Songs irgendwo zwischen Psychedelic Rock und Dream Pop hin und her, und dies auf eine so subtile und organische Weise, dass sich der Hörgenuss ohne jeglichen Abbruch einstellt. Mal melancholisch, mal chillig, dann auch ganz gerne wieder industrial und rockig – aber immer bittersüß.

Ein breites Publikum konnte sie bisher leider noch nicht erreichen. Vielleicht will sie das aber auch gar nicht. Und nötig hätte sie es ohnehin nicht.

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GRINDERMAN – Grinderman (2007)

“I’m the grinderman / In the silver rain. In the pale moonlight / I am open late. Yes I’m the grinderman / Seven days a week. In the pale moonlight / In the silver rain.”

Was braucht man hier noch groß um den heißen Brei erzählen? Es ist dunkel, es ist dreckig, es ist melancholisch, es ist selbstironisch, es ist psychedelisch und es ist Nick fick mich Cave.

Als sich das dark wave Urgestein mit seinem Mit-Bad Seed, dem Electronictenor Warren Ellis (nicht zu verwechseln mit dem Auto von Planetary und Transmetropolitan) zusammenschloss um eine Quasi-Nostalgieband zu formen die sich musikalisch sehr gut mit den älteren Werken der Bad Seeds vergleichen lässt (vor allem mit dem – heute legendären – ‘Your Funeral… My Trial’), hätte kein besseres Endprodukt hervorgekrochen kommen können.

Jeder Song ist so kraftvoll und voller Druck, wie man es sich nicht hätte anders vom Meister des seelisch Abgründigen erwarten können. Die Texte immer sehr romantisch, doch oftmals brutal Ehrlich. Trotz allem eine wundervoll überraschende Veröffentlichung, wenn man es mit den aktuellen, eher ruhigeren Werken der Bad Seeds vergleicht. Wenn man glaubt dass Nick Cave es heutzutage eher gelassener angeht, hat man sich geschnitten. Grinderman ist ein Festmahl fürs Ohr, unkonventionell, wenn auch nicht unbedingt originell.

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EL-P – Fantastic Damage (2002)

El-P ist die Antithese eines jeden Timbalands der scheinbar professionell an den Mixtables herum fummelt. Seine Biographie könnte sich nicht klassischer lesen. Der Sohn eines Pianisten entdeckt seine Faszination für die Hip-Hop-Kultur und wir in die New Yorker Undergroundscene involviert. Im weiteren Verlauf gründet er mit ‘Definitive Jux” sein eigenes Recordlabel und produziert die Debütalben aufstrebender Künstler.
Das alles liest sich sehr stark wie die Karriere eines Rap-Pioniers und könnte nicht besser auf ihn zutreffen.

Fantastic Damage ist El-Ps erstes lyrisches Outing – und als solches ein faszinierend ehrlicher Grundstein für eine bis heute andauernden Rap-Karriere, in der die Grenzen des Genres ausgereizt werden und stets dazu bestrebt ist, das Rad neu zu erfinden. Rap als Kunstform. Ob ihm das gelingt sei dem Hörer selbst überlassen, in einer Szene die im kommerziellen Bereich allerdings stark durch die immer selbe Suppe aus Stimmverzehrern und Public-Domain-Soundkisten geprägt ist, ist es sehr wohl erfrischend ein von Grund auf ehrliches, teilweise sehr hartes Hip Hop album zu haben das fast vollkommen ohne besondere Synthiespielereien auskommt, sondern sich sehr auf einen körnigen Sound beruft.

Verspielt ist es in vielerlei Hinsicht trotzdem, und lässt den Zuhörer hoffen, dass man auch in Zukunft mehr vom Hip-Hop-Künstler El-P, denn vom Hip-Hop-Produzenten zu hören bekommt.

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VENUS HUM – Big Beautiful Sky (2003)

Kein Album das man sich in den CD-Player schmeißt um einen Tag erfrischt und munter zu beginnen, aber sicherlich auch keine hörbare Depression. Venus Hum, mehr noch als alle Genrekollegen der letzten Dekade, definierten elektronischen Pop als treibendes Medium für Melancholie, und präsentieren gleichzeitig die Sonnenseite dessen. Melancholie als ein positiver Auslöser romantischer Emotionen. Mit ihrem Debüt, Venus Hum ist dieses Experiment geglückt. Jeder Song löst eine Emotion aus, keine einziger lässt den Zuhörer kalt. Spätestens mit Wordless May befindet man sich in einer Oase der Inspiration.

Die musikalische Qualität des Albums ist hochklassig, sicherlich mit ein Grund, welcher der in Tennessee ansässigen Gruppierung um Frontfrau Annette Strean die Ehre verschafft hat, als Vorband der berüchtigten “Blue Man Group” in 2003 aufzutreten. Kein Song gleicht dem Anderen, und obwohl es streckenweise auch sehr experimentell zur Sache geht (Soul Sloshing), lädt jeder einzelne davon von der ersten Sekunde an zum mitsummen ein. So wird die grenze zwischen Anspruch und Eingängigkeit nahtlos überspielt. Sicherlich ein perfektes Beispiel dass man gute Musik nicht nur hört. Man fühlt sie auch.

 

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QueenAdreena | Alternative Rock

by | | March 7th, 2011 | music, videos

QueenAdreena are an independent rock band from London, which is currently signed to One Little Indian Records. Vocalist KatieJane Garside and guitarist Crispin Gray had previously collaborated in the celebrated but short-lived band Daisy Chainsaw.

queenadreena.net

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Majandra | Electronica

by | | February 5th, 2011 | music, videos

Majandra Delfino (born Maria Alejandra Delfino; February 20, 1981) is an  American actress and singer best known for her role as Maria DeLuca on the television series Roswell.

On October 31, 2001, Delfino released the EP The Sicks on her own label, Dripfeed, without radio or television airplay.

majandra.com

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2001 – 2010 | Der Soundtrack einer Dekade | Teil 1

by | | January 29th, 2011 | columns & rants, music, reviews

Die 2000er waren ja wirklich ein komisches Jahrzehnt. Musikalisch betrachtet, natürlich. Ohne Frage waren so einige Highlights dabei. Alte Hasen des Geschäftes veröffentlichten ihre bis dato vielleicht besten Alben, Newcomer wuchsen einem ans Herz und “legendäre” Musiker starteten mit neuen Bandprojekten durch, die der Fangemeinde bewiesen haben wie viel Energie und Kreativität noch in ihnen steckt. Doch für die Suche nach so manchen musikalischen Wundertütchen musste man sich teilweise schon die Füße blutig laufen. Von renommierte Musiksendern wie MTV und Viva wurde man da leider im Stich gelassen. Die  grasten lieber neue Sendekonzepte ab, anstatt sich auf alte Tugenden zu  verlassen, egal ob sie sich letzt endlich damit zu tode fahren.

Doch hat man erst die Perlen gefunden, wird man feststellen dass die 2000er musikalisch weit mehr zu bieten haben, als es oberflächlich erscheint. In dieser dreiteiligen Retrospektive besinnen wir uns den ganz besonderen Alben des Jahrzehntes. Denen, die bei uns den größten Eindruck hinterlassen haben, und umso mehr Vorfreude auf die 2010er machen.

Prinzipiell gilt dass dies keine Beliebtheitsskala ist. Die Alben werden in einer unabhängigen Reihenfolge aufgelistet. Das erste Album ist daher nicht das, welches wir am wenigsten schätzen, und das letzte Album wird nicht unser persönlicher Liebling sein.
Dann kann es also los gehen…

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ARCHIVE – Lights (2006)

Wandlungsfähigkeit ist ein Attribut, welches die britische Progressive Rock Gruppierung Archive sehr stark auszeichnet. Als sie Mitte der Neunziger mit “Londinium” ihr Debüt veröffentlich haben, kündigte sich schon fast eine elektronisch-melancholische Gothrock-Band mit starken Trip-Hop Einflüssen an. Lights ist im direkten Vergleich das komplette Kontrastprogramm dazu. Lyrisch wesentlich optimistischer, gesellen sich zum charakteristischen Synthiesound Elemente des Slowcores. Das heißt natürlich nicht, dass auf eine ordentliche Portion Melancholie verzichtet wird. Herzschmerz gibt es nämlich nach wie vor. Allerdings eben auch ein kleines bisschen Hoffnung.

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8MM – Songs To Love And Die By (2006)

Wenn es um Trip-Hop Bands mit einer weiblichen Frontfrau und einem Touch Avantgarde geht, sind 8mm bisher leider sehr im Schatten von Größen wie Portishead gestanden. Das völlig zu unrecht. Nachdem sie 2005 mit ihrer EP Veröffentlichung “Opener” musikalisch schon einiges vorgelegt haben, lädt “Songs to Love and Die by” regelrecht zum träumen ein. Dabei berühren die wundervoll durchdachten Texte in Komposition mit der atmosphärischen Klangkulisse den Zuhörer auf einer ungeahnten Metaebene. Garantiert keine Feelgood-Schlachtplatte im Gummibärenwunderland, doch so schön wie Juliette Beavans Gesang im Einklang mit Sean Beavans Synthiegemixe fühlt sich keine Rasierklinge an.

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16VOLT – FullBlackHabit (2007)

16Volt könnte man eigentlich schon zu den alten Hasen des Industrial Metals zählen. Doch so frisch und unberührt wie ein vielversprechendes Debüt FullBlackHabit klingt, würde man gar nicht glauben, dass die Herren um Eric Powell und Mike Peoples schon seit 1993 tätig sind. Vermutlich da die Herren sich ganze neun Jahre seit deren letztem Studioalbum Zeit gelassen haben, bis sie dieses Monster auf die Fans harter Elektronikmusik losgelassen haben. Das lange warten und die harte Arbeit haben sich ausgezahlt. FullBlackHabit ist ihr bestes Album bisher, worauf mit American Porn Songs zwar ein starkes, allerdings nicht ganz so energiegeladenes Album folgte.

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TWEAKER – 2 a.m. Wakeup Call (2004)

Chris Vrenna ist einer der großen Elektronikpioniere die aus der Nine Inch Nails-Ära entsprungen sind. Ursprünglich selbst als Drummer in Trent Reznors musikalischem Opus tätig, hat er sich vor allem als Produzent und Engineer für solche Erfolgsgruppen wie God Lives Underwater, P.O.D. und The Rasmus einen Namen gemacht.
Was dem Reznor seine Nägel sind, das ist dem Vrenna sein Tweaker. 2 a.m. Wakeup Call ist der brillante Nachfolger eines ohnehin schon großartigen Erstlingswerkes, und verzeichnet gleichzeitig eine brillante Entwicklung seitens der musikalischen Qualität der Band. Mit Gaststars wie Robert Smith, Buzz Osborn und David Sylvian wurde zudem hohe Prominenz geboten.

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RADIOHEAD – Amnesiac (2001)

“After years of waiting /Nothing came. And you realise you’re looking in / Looking in the wrong place”.
War Kid A noch der Mittelfinger gegenüber jeglichen Erwartungen, mit welchem Geniestreich Radiohead nach dem wegweisenden
OK Computer aufwarten werden, so ist Amnesiac, welches während den selben Sessions wie sein Vorgänger entstand, fast schon Routine. Ich sage deswegen “fast” weil es durch seine eingängigeren Songstrukturen dann doch noch mehr für sich hatte, als das experimentell zwar vielseitigere, ästhetisch allerdings weniger zugängliche “Kid A”.
Eigentlich sollte “Amnesiac” in gewisser Weise ein “Back-To-The-Roots” Album werden. Dem ist, zum Glück sollte man sagen, allerdings nicht so.

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TOMAHAWK – Tomahawk (2001)

Faith No More wart nicht mehr. Und etwas besseres hätte Musik-Workaholic Mike Patton nicht passieren können. Das darf man bitte nicht falsch verstehen, Faith No More war großartig und wegweisend. Doch die kreative Power die Mike Patton durch seine Freiheit – einfach das zu tun, was ihm in den Kram passt – dazu gewonnen hat, ist unbezahlbar. Von den vielen Bandprojekten die Patton im laufe des Jahrzehntes gestartet hat, ist Tomahawk sicherlich sein in sich stimmigstes. Das Debüt glänzt durch seine erstklassige Produktionsqualität. Da wird dem Hörer ordentlicher Alternative Rock mit saftigen Nu-Metal Riffs um die Ohren gehauen, angereichert mit einer indianischen Kriegserklärung gegenüber allem was musikalisch im Mainstream goutiert wird. Anarchorock der mit ihrem aktuellen Album Anonymous (2007) auf die Spitze getrieben wurde.

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LOW – Things We Lost In The Fire (2001)

Songs über das Leben, den Tod und alles was dazwischen liegt. Bei Low ist der Name Programm. In ihrem fünften Studioalbum verarbeiteten die Slowcorepioniere aus Minnesota Sorgen und Ängste. Meist in Verbindung mit Entfremdung, Vagheiten und Verlust. Bedrückende Themen, wunderschön und so vielfältig wie das Leben selbst in Things We Lost In The Fire aufbearbeitet. Ein sehr spiritueller, teilweise sogar religiöser Trip, ohne pietätlos oder prätentiös zu wirken. Wir kennen sie alle, die suche nach Gott, die Fragen die uns das Leben entgegen wirft und die ständige Präsenz des Todes. Dies ist der Soundtrack dazu.
“Breathing in time, so hard to trace. / Crushing your skull with my warming embrace. / It won’t last – hold on fast”

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PIGFACE – Easy Listening… (2003)

Pigface ist ein Monster von einer Band. 1990 von Martin Atkins gegründet, der in den späten 80ern und frühen 90ern als Drummer von Ministry einen gewissen Kultstatus, und später als fixer Bestandteil der britischen post-punk Gruppe Killing Joke eine stille Berühmtheit erlangte, kann man bis Heute von ihnen lediglich als Geheimtipp sprechen. Im Grunde wirklich Paradox, wenn man sich das Line-Up welches sie sich über die Jahre hinweg angeeignet haben betrachtet.
Darüber, ob Easy Listening… denn nun ihr bisher bestes Album ist, lässt sich sicherlich streiten. Doch wie der Name der Platte schon suggeriert ist es wohl das Album, auf das man sich am entspanntesten einlassen kann, ohne dass auf experimentellen Pathos verzichtet wird. Das Steckt verdammt viel Electronic drinnen, ohne wirklich Industrial zu sein, oder zumindest nicht die ganze Zeit. Da groovt es auch gerne mal an so manchen Ecken, doch bitter-böse und anarchisch sind die Texte doch noch. Vielleicht nicht ihr bestes Album, aber ganz sicher eines der besten des Jahrzehntes.

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MOON PROTOTYPE – Dusty Lane (2008)

Wenn mir die 2000er eine Sache beigebracht haben, dann dass gute Musik nicht unbedingt etwas kosten muss. Damit meine ich nicht das verpönte illegale herunterladen von Songs über zwielichtige Tauschbörsen. Auch meine ich nicht die, ohne Frage, edlen Aktionen von Radiohead und den Nine Inch Nails, deren aktuelle Alben auf legalem Wege über eigene Websites kostenlos anzubieten.
Die 1998 in Frankreich gegründete Electronica-Gruppierung Moon Prototype vertreibt ihre atmosphärische Musik schon seit mehreren Jahren auf ähnlichem Wege über solch wunderbare Downloadportale wie Jamendo. Also gibt es absolut keinen Grund für Fans von dunkel-melancholischem Ambient-Electronica nicht in Dusty Lane hinein zu schnuppern. Ohne in weitere Superlativen auszuschweifen sei gesagt dass eine Band, bei der ich mich dafür schäme, keinen einzigen Groschen locker gemacht zu haben, für mich alles richtig macht.

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SAUL WILLIAMS – Amethyst Rock Star (2001)

“Through the corridors of metaphor / What else are we living for if not to create / Fiction and rhyme? / My purpose is to make my soul rhyme with my mind / Mind over matter.”
Saul Williams ist so sehr Prophet wie er Poet ist. Entsprungen aus der Poetry Slam und Spoken Word Ära der frühen 90er Jahre, prägte er durch seinen innovativen und unverkennbaren Stil eine ganze Generation die ihm folgte. Er nimmt absolut kein Blatt vor den Mund und behandelt kontroverse Themen wie Religion mit der selben Ernsthaftigkeit wie die Emanzipation der schwarzen Kultur und die gesellschaftliche Verrohung gegenüber physischer und psychischer Gewalt. Amethyst Rock Star kombiniert meisterlich die lyrische Intensität die man so nur in seinen Poetry-Sessions findet, mit druckvollem Alternative Rock. Das Produkt daraus ist ein alternatives Hip-Hop Spektakel, mit welchem man sich nicht einfach nur berieseln lassen sollte. Man muss es erleben.

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